2015 | Frühjahrsparade

Frühjahrsparade 2015

Operette in zwei Teilen von Ernst Marischka und Hugo Wiener

Nach einer Idee von Gustav Holm
Liedertexte von Ernst Marischka, Hugo Wiener, Robert Gilbert, Wilhelm Sterk und Kurt Robitscheck

Musik von ROBERT STOLZ

Die Handlung

Ein etwas naives, aber temperamentvolles ungarisches Mädl namens Marika kommt nach Wien, um hier ihrer Tante in deren Bäckerei zu helfen. Ihr Horoskop sagte ihr voraus, dass der erste Mann, den sie in Wien kennenlernt, der Mann ihres Lebens sein wird. Diese Voraussage scheint sich zu erfüllen, denn plötzlich steht der fesche junge Deutschmeister Willi vor ihr. Marika verliebt sich auf der Stelle in den Musiker aus der Deutschmeisterkapelle. Ein von Willi komponierter Marsch soll bei einem Empfang im Militärkasino erstmals gespielt werden. Leider erklingt das Stück zum falschen Zeitpunkt und bringt das offizielle Protokoll durcheinander. Klothilde von Laudegg verbietet, dass der Marsch jemals wieder erklingt, außer der Kaiser persönlich wünsche es. Da hat Marika eine gute Idee und bäckt die Noten in die Salzstangerl, die in der Bäckerei ihrer Tante für den Kaiser hergestellt werden, ein. Es gelingt ihr sogar, ins Schloss Schönbrunn zu einer Audienz beim Kaiser zu gelangen. Dort klärt sie die Sache auf und bekommt von Kaiser Franz Josef persönlich nicht nur für den Marsch, sondern auch für ihre Heirat mit Willi die Zustimmung.

Der Komponist

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Robert Stolz um 1915

Robert Stolz

geboren am 25. August 1880 in Graz (Österreich)
gestorben am 27. Juni 1975 in Berlin (Deutschland)
begraben am Zentralfriedhof in Wien (Gruppe 32C, Nr. 24)

Am 25. August 1880 kommt Robert Elisabeth Stolz in Graz als 12. Kind des Komponisten und Musikdirektors Jakob Stolz und dessen Frau der Pianistin und Musiklehrerin Ida, geborene Bondy, zur Welt. Der 8-jährige Robert Stolz gilt schon als Wunderkind am Klavier. Er studiert Musik und absolviert 1896 die Staatsprüfung.

Seine erste Anstellung erhält er 1897 als Korrepititor am Städtischen Theater Graz, dann wird er Kapellmeister in Marburg an der Drau und 1902 am Stadttheater Salzburg. Nach einem Engagement am Deutschen Theater in Brünn wird er 1905 Kapellmeister am Theater an der Wien. Robert Stolz dirigiert hier am 30. Dezember 1905 die Uraufführung von Franz Lehars Operettenerfolg „Die lustige Witwe“. 1913 komponiert er seine erste Filmmusik zum Alexander Girardi-Fim „Der Millionenonkel“. Im Ersten Weltkrieg leistet er von 1914 bis 1918 Kriegsdienst.

Zu Beginn der 1920er-Jahre versucht Robert Stolz sich mit einem eigenen Theater in Wien selbständig zu machen. Er scheitert aber und geht 1924 nach Berlin. Ab 1926 lebt er wieder in Wien. Nach dem Anschluss Österreichs verlässt er 1938 wegen seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus seine Heimat. Er flieht zuerst nach Zürich, dann nach Paris, wo er als ‚eindlicher Ausländer festgehalten wird. Nach seiner Freilassung emigriert er nach New York, wo er auch die Kriegsjahre verbringt. Robert Stolz kehrt sofort nach Kriegsende 1946 nach Wien zurück und setzt hier seine Tätigkeit als Komponist und Dirigent fort. In Wien wird ihm der Professorentitel verliehen. Ab 1952 komponiert er für die Wiener Eisrevue insgesamt 19 Eis-Operetten

Robert Stolz war fünfmal verheiratet, zunächst mit den Sängerinnen Grete Holm und Franzi Ressl, dann mit der Soubrette Josephine Zernitz und mit Lilli Karner. In fünfter Ehe heiratet er 1946 Yvonne Louise Ulrich, genannt „Einzi“ (1912-2004). Am 27. Juni 1975 stirbt Robert Stolz 94-jährig in Berlin. Er ist in einem Ehrengrab am Zentralfriedhof Wien bestattet.

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Robert Stolz 1970

Robert Stolz komponiert in seinem langen Leben über 60 Operetten sowie zahlreiche Filmmusiken und Lieder, die heute zu Volksliedern geworden sind. Für die Operette „Im weißen Rössl“ komponiert er zwei Lieder, „Die ganze Welt ist himmelblau“ und „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“. Nach dem Zweiten Weltkrieg gilt er als letzter großer Meister der Wiener Operette.

Robert Stolz war von Kindheit an ein Briefmarkensammler und wurde auf zahlreichen Briefmarken und Sonderpoststempeln schon zu seinen Lebzeiten geehrt. Briefmarken mit dem Portrait von Robert Stolz erschienen in Österreich, Deutschland, San Marino, Paraguay, Uruguay, Ungarn und sogar in Nordkorea. Die Anzahl der ihm gewidmeten Sonderpoststempel ist heute kaum mehr überschaubar und hat sich zu einem eigenen Sammelthema verselbständigt.

Quellen: www.operetten-lexikon.info (Text); Wikipedia.org (Bilder)

Die Darsteller

Nadja Plattner
Petra Rutschka
Evelyne Schloffer
Michaela Schmetterer
Soffi Schweighofer
Engelbert Exl
Martin Hulan
Reinhard Hirtl
Dieter Hörmann
Gerhard Karzel
Richard Schmetterer
Roman Straka
u.a.

Chor und Orchester des „Schlossfestival Wilfersdorf“
Regie – Richard Schmetterer
Gesamtleitung – Gregor Sommer