2005 | Brüderlein fein & Annerl

DAS STÜCK – Brüderlein fein

Musik: Leo Fall

Szene im Wohnzimmer des Hauses Drechsler in Wien im Jahre 1840.
Der Domkapellmeister Drechsler feiert seinen 40. Hochzeitstag mit seiner Frau Toni. Diese plant zusammen mit der Hausmagd eine eher unspektakuläre Feier.
Duettino und Lied (Toni und Gertrud): “Ah, schau, schau, schau, ist das a Frau”, “Der Guglhupf“.
Nun wünschen sich die Eheleute Glück und Segen und beschenken sich mit allerlei Gaben, während eine Spieluhr im Raum das Lied „Brüderlein fein“ spielt. Duett (Toni und Drechsler): “Kannst dich noch erinnern?“
Voller Wehmut besinnt sich Drechsler der Zeit, als er das Lied „Brüderlein fein“ komponiert hat für die Figur der ‚Jugend‘ in Raimunds Zaubermärchen „Der Bauer als Millionär“. Als es bereits wieder dämmert, klopft es an der Tür und die ‚Jugend‘ tritt ins Zimmer, genau in der Gestalt wie einst in dem Zaubermärchen. Sie hält eine goldene Geige in der Hand und singt: „Einmal ihr noch hören sollt meine Melodei – eine Stunde eures Lebens, eurer schönen Jugendzeit, sei euch als Geschenk geweiht!“.
Lied der Jugend (= Gertrud): “Bin die Jugend, schön und hold!”.
Und schon erleben die beiden alten Eheleute ihren ersten Hochzeitstag wie im Traum – wie sie damals frisch getraut in die Wohnung einziehen und vom benachbarten Gasthof noch immer die Hochzeitsgesellschaft feiert und ein lieblicher Walzer herüberklingt.
Chor: “Hoch soll´n sie leben!”
Duett (Toni und Drechsler): ”Nicht zu schnell und nicht zu langsam\“
Und sogleich ist der Traum zuende, und die ‚Jugend‘ ist wieder verschwunden.
Gertrud, Jugend: “Auf dem Violon von Gold”
Glücklich und dankerfüllt freuen sich die beiden über die ihnen geschenkte Erinnerungsstunde und begeben sich zufrieden zur Kirche. Duett und Schlussszene (Toni und Drechsler): “Kannst Dich noch erinnern?”

DAS STÜCK – Annerl

Musik: Theodor H. Leschetizky

Annerl, die Tochter der Wirtin Streim, hat sich in einen \“Musikanten und Geigenspieler\“ verliebt. Sie singt, während sie kehrt, ein Lied über die Liebe. Lied (Anna): “Ein Röserl rot…”
Annerl soll aber, nach dem Willen der Frau Mutter, den reichen Bürger Herrn Baunzerl ehelichen. Der Herr Musikus, in den Annerl verliebt ist, ist kein Geringerer als Johann Strauß Vater. Johann hat als “Geliebte” seine Violine, hat jedoch auch ein Auge auf Annerl geworfen. Lied (Johann): “Ja, ich und meine Vivivi”
Er widmet seiner Annerl einen Walzer.
Melodram und Duett (Anna und Johann): “Herr Johann, der Walzer…”
Taufspruch (Anna) Resi, Baunzerls Wirtschafterin, ist eifersüchtig, da sie erfahren hat, dass ihr Herr das Annerl heiraten will. Sie erzählt Johann Strauß, dass Baunzerl dauernd von Annerl spricht. Johann kehrt zu seiner Geliebten Geige Vivivi zurück. Annerl wiederum glaubt, dass Johann eine echte Geliebte hat.
Lied (Annerl): “Ich bin nur ein einfaches Wiener Kind”
Baunzerl hält im Beisein der Mutter um Annerls Hand an, diese weist ihn jedoch zurück. Baunzerl, ein praktischer Mensch, verwendet den Brautstrauß ein zweites Mal und macht im nächsten Augenblick seiner Wirtschafterin Resi einen Antrag.
Duett (Baunzerl – Resi): “Man hat was, man ist wer”
Herr Strauß holt seine Geliebte (seine Geige) ab und alle Verwechslungen lösen sich in Wohlgefallen auf.
Schlussgesang (Alle): “Ein Walzer, ein Schnalzer”