2012 | Der Graf von Luxemburg

plakat_2012_graf-von-luxemburgDAS STÜCK

1. Akt: Im Atelier des Malers Brissard in Paris um 1900

Der Maler Armand Brissard und seine Freundin Juliette Vermont sprechen über die vergangene Zeit, als der Vater seines Freundes Rene, des verschwenderischen Grafen von Luxemburg, ihm das Studium der Kunst finanzierte. Plötzlich stürmen andere Maler und ihre Modelle herein. Schon bald redet man nur mehr von der berühmten Sängerin Angele Didier, deren Gesangsausbildung Fürst Basil Basilowitsch finanziert hat. Man munkelt, dass er sie heiraten möchte. Graf Rene von Luxemburg erscheint gemeinsam mit Fürst Basil Basilowitsch. Dieser erzählt ihm von seinem Vorhaben, die Sängerin Angele zu heiraten. Da sie aber ein bürgerliches Fräulein ist, kann er sie nicht sofort heiraten. Basil hat aber folgenden Plan. Angele soll zuerst eine Scheinehe mit einem Adeligen eingehen. Dieser Adelige soll Graf Rene von Luxemburg sein. Rene darf Angele nicht sehen und sich während der Ehe mit ihr nicht in Paris aufhalten. Nach Ablauf von drei Monaten muss er sich wieder von Angele scheiden lassen. Fürst Basil bietet ihm dafür 500.000 Francs an, die Rene gerade gut gebrauchen kann, da er gerade wieder einmal nicht bei Kasse ist. Auch Angele ist mit dem Plan einverstanden. Die Trauung des Scheinpaares findet sogleich im Atelier von Armand statt, wobei die Brautleute durch eine Staffelei getrennt sind, damit sie sich nicht sehen können. Nur beim Ringtausch berühren sich ihre Hände. Trotz aller dieser Vorsichtsmassnahmen des Fürsten entsteht zwischen den beiden Frischgetrauten eine gewisse Sympathie. Als Rene wieder alleine ist, verspürt er ein richtiges Verliebtsein in die unbekannte Sängerin.

2. Akt: Im Wintergarten von Angeles Palais drei Monate später

Die drei Monate sind vorüber und Angele verabschiedet sich von der Bühne. Morgen wird die Scheidung vollzogen und der Fürst Basil Basilowitsch geheiratet. Rene hat die Sängerin Angele bei dieser letzten Vorstellung auf der Bühne gesehen und sich in sie verliebt. Er will sie kennenlernen. Nach der Vorstellung mischt er sich als Baron von Reval unter die Festgäste und tanzt mit Angele, ohne zu wissen, dass sie seine vor drei Monaten angetraute Frau ist. Angele erzählt ihm, dass sie bereits verheiratet sei und bald eine zweite Ehe schliessen werde. Zwischen den beiden entflammt Leidenschaft, aber Angele weist Rene zurück. Fürst Basil ist nicht sehr erfreut über Renes Anwesenheit, denn es könnte alles auffliegen. Deshalb verkündet er der Gesellschaft seine Verlobung mit Angele. Er übergeht den Einwand Armands, dass die Angele ja schon verheiratet sei, und diese äussert höhnisch, dass sie einen Mann verachten würde, welcher seinen Titel für Geld verkaufe, so wie es dieser Graf von Luxemburg getan haben soll. Nun gibt sich Rene zu erkennen und erinnert sie sichtlich gekränkt daran, dass er ihr dazu geholfen habe, Fürstin zu werden. Bestürzt erwidert Angele, sie sei noch immer seine Frau und sie gehöre zu ihm. Beide verlassen den Saal.

3. Akt: Im Vestibül des Grand Hotel am nächsten Morgen

Rene ist besorgt wegen des Vertrages mit dem Fürsten Basilowitsch. Angele stellt Renes Absicht, sein Wort zu halten auf die Probe und spottet. Die Beiden kommen sich aber doch näher und küssen sich innig. Zufällig erscheint die Fürstin Anastasia Kokozeff, welche aus Russland kommt, um den Fürsten Basil Basilowitsch, ihren ehemaligen Geliebten, zu heiraten. Das freut Rene und Angele natürlich sehr. Basil hofft noch immer, Angele für sich zu gewinnen. Mit Schrecken erblickt er Anastasia und muss Rene sofort von seinem Versprechen befreien. Dieser gibt ihm die 500.000 Francs zurück, denn durch Fürstin Anastasia stehen ihm die in Russland konfiszierten Güter wieder zur Verfügung und seine Geldnot ist damit zu Ende. Nun gibt es zwei glückliche Paare, zu denen sich noch ein drittes gesellt. Der Maler Armand Brissard und seine Juliette waren bereits am frühen Morgen auf dem Standesamt und haben geheiratet.

DER KOMPONIST

lehar-franzFranz Lehar wird am 30. April 1870 in Komaron in Ungarn als Sohn des Militärkapellmeisters Franz Lehar sen. geboren. Er machtt am Prager Konservatorium eine Ausbildung zum Geiger, wird Orchestermusiker und wie sein Vater Militärkapellmeister.
Mit „Wiener Frauen“ (1902), „Der Rastelbinder“ (1902) und „Die Juxheirat“ (1904) hat er erste Bühnenerfolge in Wien. Seinen Weltruhm erlangt er mit „Die lustige Witwe“ (1905), welche zum typischen Werk der Wiener Operette der silbernen Ära wird. Franz Lehar gilt zusammen mit Oscar Straus und Leo Fall als Begründer der Silbernen Wiener Operettenära, angelehnt an die Goldene Wiener Operettenzeit unter Franz von Suppe, Johann Strauss, Karl Millöcker und Carl Zeller.
Fast jährlich kommen neuen Lehar-Operetten heraus, darunter der „Der Graf von Luxemburg“ (1909), „Zigeunerliebe“ (1910), „Frasquita“ (1922), die Urversion von „Das Land des Lächelns“ als „Die gelbe Jacke“ (1923) „Paganini“ (1925), „Der Zarewitsch“ (1927), „Friederike“ (1928) und „Das Land des Lächelns“ (1929). Lehar bezieht nicht nur das typisch Wienerische in die Operette mit ein, sondern auch Elemente des Ungarischen, Zigeunerischen, Französischen, Japanischen, Russischen und Spanischen.
Wie viele seiner Komponistenkollegen, etwa Oscar Straus und Robert Stolz, übersiedelt er nach 1920 zeitweise nach Berlin. Dort lernt er Richard Tauber, den wichtigsten Interpreten seiner Bühnenwerke, kennen und kann noch einmal an seine grossen Erfolge nach der Jahrhundertwende anschließen.
Mit jedem Werk entfernt sich Lehar immer mehr vom Genre der klassischen Operette bis hin zu seinem Spätwerk „Giuditta“ (1934), die er als Spieloper bezeichnet. Diese erlangt aber nicht mehr den vollen Beifall des Publikums. Neben seinen zahlreichen Bühnenwerken schreibt er auch Lieder, Tänze, Märsche, Sonaten, Violinkonzerte und ist auch als Filmmusikkomponist tätig. Lehar stirbt am 24. Oktober 1948 in Bad Ischl, wo er auch begraben ist.

DIE DARSTELLER

Quelle: Operetten-Lexikon.info